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Sep

5 Fakten: Was das Reiseverbot für Flugangst-Passagiere bedeutet!

Reisen in der Luft

 

Covid-19 versetzt die Reisebranche seit über einem Jahr in ernsthafte Schwierigkeiten. Flugzeuge, welche seit Monaten nicht mehr abgehoben sind und leere Flughäfen spiegeln die aktuelle Situation wider. Ingrid Richter, Expertin für Angstbewältigung ist sich sicher: Dies führt auch zu der Bildung neuer Ängste, welche bei gewissen Menschen in Zusammenhang mit Flugzeugreisen entstehen oder bereits fest verankert sind. In diesem Artikel geht Frau Richter auf diese neuen Ängste ein und zeigt die Sicht von vielen Flugangstpassagieren auf.

1. Reiseverbote und bürokratisches Chaos

Bereits vor dem Abflug ist die Reise ein Albtraum. Unzählige Auflagen, Bestimmungen und Reisehinweise müssen beachtet werden, um überhaupt an ein Flugticket zu kommen. Das ist gar nicht so einfach, da sich Bestimmungen, Regeln und Gesetze ständig ändern können. Unklare Impfbestimmungen und Gesundheits-Checks machen das Reisen auf dem Luftweg auch in diesem Jahr zu einer Herausforderung. Für Menschen bedeutet dies zusätzlicher Stress. Die unklaren und ständig wechselnden Reisebestimmungen wecken und nähren die Ängste bei den Betroffenen und nisten sich im Gehirn ein. Bereits die Vorstellung an den nächsten Flug oder die nächste Reise versetzt Betroffene in Angst und Schrecken. Die vielen Reiseverbote helfen ganz bestimmt nicht, den Flugangstpassagieren diese Angst nehmen zu können.

2. Weniger Passagiere bedeutet weniger Geld für die Wartung der Flugzeuge

Bilder von leeren Flugzeugen und geschlossenen Flughäfen gehen seit Monaten um die Welt. Ob eine Airline oder ein Flughafen in einer derart schlechten wirtschaftlichen Situation den Qualitätsstandard halten kann, fragen sich aktuell einige Menschen. Doch für Menschen, welche unter Flugangst leiden, birgt bereits diese Frage das Potenzial für etliche, weitere Fragen. Diese werden in unseren Gedanken in ein reales Szenario verwandelt. Dadurch entwickeln sich neue Ängste und alte Verhaltensmuster werden zusätzlich negativ beeinflusst. Gedanken und Abläufe werden aneinandergekettet und farbig ausgemalt. Es ist für die Betroffenen nicht einfach, diese Informationen zu ignorieren. Das Gehirn verwendet sie automatisch für die „Propaganda“ der eigenen Ängste. Sie werden direkt in existierende Angst-Szenarien integriert und füllen diese weiter aus. Die Situation wird also laufend schwieriger für Menschen, welche an Flugangst oder genereller Angst vor Reisen, leiden.

3. Das Sicherheitsgefühl sinkt von Tag zu Tag

„Wenn fast niemand mehr fliegt, werden doch die Flugzeuge nicht mehr ordentlich gewartet…“ ist ein Satz, der zurzeit oft ausgesprochen wird. Dahinter steckt die Angst, dass Airlines und Flughäfen-Betreiber Kosten sparen bei der Wartung der Flugzeuge. Dies wird psychologisch als direkte Gefahr, ja fast schon als Todes-Urteil, für einen Flugangstpassagier registriert und bringt in der Psyche eines Menschen, welcher unter Flugangst leidet alle Alarmlampen zum Leuchten.
„Wahrscheinlich wird ein Triebwerk während des Fluges ausfallen und ich sterbe...“ sind automatische Schlussfolgerungen auf derartige Einflüsse im Gehirn. Ob begründet oder nicht ist dem Gehirn egal und nimmt neugierig jedes noch so kleines Detail auf, um die Katastrophe perfekt im Kopf abspielen zu können. Im Kopf eines Menschen mit Flugangst kann dann schon mal das Flugzeug auseinanderbrechen oder eine Turbine geht während des Fluges in Flammen auf.

4. Ansteckung am Flughafen oder während des Fluges

Das Ausmalen und detaillierte Vorstellen eines Flugzeugabsturzes ist nicht der einzige Gedanke, welcher sich nun in das Gehirn eines Flugangstpassagieres frisst. Was passiert, wenn ich mich während der Reise mit COVID anstecke? Im Flugzeug sitzt doch sicher jemand, der positiv ist. „Na großartig, jetzt habe ich den Salat...“

Natürlich birgt eine Flugreise angesichts der aktuellen Pandemie viele Risiken, das ist unbestritten. Doch im Kopf eines Menschen, welcher unter Flugangst leidet, wirken diese Einflüsse viel extremer und irrationaler als bei Personen ohne Flugangst. Der kleinste Gedanke kann bereits eine Lawine an neuen Ängsten auslösen, welche dem Betroffenen den Schweiß auf die Stirn bringen. Für Menschen mit Flugangst sind solche Umstände sehr belastend und machen die Reise zu einer zusätzlichen Tortur.

5. Hoffentlich bleiben die Grenzen offen und ich komme sicher nach Hause

Ist der ganze Mut gefasst und man ist endlich am Reiseziel angekommen, meldet sich das Gehirn mit neuen, möglichen Szenarien. „Was ist, wenn während der Zeit meines Urlaubes die Grenzen geschlossen werden? Dann komme ich nicht mehr nach Hause.“ So, oder so ähnlich, denken aktuell sehr viele Menschen mit Flugangst. Das Gehirn und die eigenen Gedanken steigern sich immer weiter in die Angst-Szenarien rein und lassen rationales Denken und Abwägen nur noch beschränkt zu. Die Angst ist immer da, egal was man dagegen tut.

Fazit

Für Menschen, welche eh schon unter Flugangst leiden, bedeuten die aktuellen Reiseverbote eine enorme zusätzliche Belastung. Jede Person und jedes Gehirn geht anders mit Ängsten und Gefahren um und empfindet derartige Einschränkungen als Gefahr. Da der gesamte Buchungsprozess einer Reise sehr kompliziert und undurchsichtig geworden ist, steht die Angst vor dem Flug selbst nicht mehr alleine im Vordergrund. Diese Einflüsse und Rahmenbedingungen sind Gift für die Gedanken von Flugangstpassagieren.


Über die Autorin:
Seit 40 Jahren beschäftigt sich Ingrid Richter mit dem Thema Angstgegner, -situationen, - Gefühle auf dem Tennisplatz oder Sportplatz.
Da Ingrid Richter schon immer sehr gerne geflogen ist und die Welt kennengelernt hat, was sie insgesamt 10 Jahre bei Firmen wie Lufthansa in Tough, Swiss Airlines, MSC Kreuzfahrten und NCL Cruise line mit den Endkunden in Verbindung und konnte vielen Menschen bei Ihren Flugängsten am Telefon weiterhelfen, damit diese trotz Ängste ihre Reisen mit weniger Problemen erleben konnten.


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