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Mi, Feb

Tierischer Winter im Südwesten: Husky, Hirsch und Schäferidyll locken nach Baden-Württemberg

Fotos: Tourismus Marketing Baden-Württemberg

Europa

Eine tierisch wilde „Safari“ muss nicht zwingend mit langen Wegen und teuren Aufenthalten erkauft werden. In Deutschlands Südwesten warten auf uns Entdeckungen, die keinen Vergleich mit Serengeti, Amazonas und Co. scheuen müssen.


Autoren: Werner Menzel, Dr. Martin Knauer
Fotos: Tourismus Marketing Baden-Württemberg


Um wilde und teilweise sogar exotische Tiere in freier Wildbahn beobachten zu können, reicht ein Ausflug auf die Schwäbische Alb, an den Bodensee oder in den Schwarzwald. Dr. Martin Knauer von Tourismus Baden-Württemberg hat dazu ein paar echte Insidertipps, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen.

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Spannende Vogelwelt

Hobby-Ornithologen finden am Bodensee ideale Voraussetzungen, um übers Jahr hinweg mehr als 300 Vogelarten zu beobachten. Rund 250.000 Vögel überwintern hier oder legen einen Zwischenstopp auf dem Weg Richtung Süden ein. Besonders spannend für Vogelfreunde ist das Naturschutzgebiet Wollmatinger Ried mit der Insel Reichenau. Dort werden auch im Winterhalbjahr Führungen angeboten. Wer auf eigene Faust zu einer Naturexkursion aufbrechen möchte, findet auf dem Life-Pfad Untersee 19 lehrreiche Stationen. Vögel beobachten kann man aber auch am Federsee in Oberschwaben. Nur über Holzstege gelangt man dort durch meterhohes Schilf zu den Beobachtungsplätzen. Das 33 Quadratkilometer große Naturschutzgebiet ist die größte Moorlandschaft in Baden-Württemberg und Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Für manche der hier lebenden 272 Vogelarten reisen Ornithologen aus ganz Deutschland an. Etwa für die seltene Bartmeise, die man unschwer an ihrem schwarzen Bart im Gefieder erkennt.

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Mit dem Förster durchs Revier

Wer es etwas größer mag, kann an vielen Plätzen im Südwesten mit dem Förster auf Wanderschaft gehen und mehr über das heimische Wild im Lande erfahren. Der Unterschied zwischen Bock und Hirsch oder Rot- und Rehwild ist da schnell erklärt. Förster Achim Schlosser nimmt regelmäßig am Schluchsee Interessierte mit auf die abendliche Pirsch. Ganz nebenbei erfährt man dort allerhand Wissenswertes zu heimischen Wildtierarten. Die Chance ist groß, bei der abendlichen Tour die Wildtiere live zu beobachten. Die Wildkatzenwelt im Naturpark Stromberg-Heuchelberg widmet sich einem lebenden Phantom: die Wildkatze galt hier schon als ausgestorben und ist nun in die Wälder der Region zurückgekehrt. Die Wildkatzenwelt ist aber kein Gehege mit lebenden Tieren, sondern eine interaktive Ausstellung im Naturparkzentrum. Auf dem Außengelände können kleine Gäste spielerisch ausprobieren, was Wildkatzenkinder alles lernen müssen, um fit fürs Leben in der Natur zu sein. Wer Wildkatzen live erleben möchte, kann dies im nur 20 Minuten entfernten Wildparadies Tripsdrill.

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Landschaftsgärtner Schaf

Besonders typische Begegnungen mit den „Ureinwohnern“ der Schwäbischen Alb versprechen Treffen mit heimischen Schäfern und ihren Herden. Die Wanderschäferei hat auf der Schwäbischen Alb eine lange Tradition. Ohne die Schafe und ihre Hüter gäbe es die typische Kulturlandschaft mit ihren weiten freien Flächen und Wacholderheiden längst nicht mehr. Die wolligen Landschaftsgärtner halten nicht nur die Landschaft offen. Sie transportieren in ihrem Fell außerdem Pollen und Kleinlebewesen und tragen damit zur ganz besonderen Flora und Fauna dieser Region bei. Wer schon immer mal 750 Schafe hüten wollte, kann bei Meßstetten einen Wanderschäfer für einen oder zwei Tage begleiten.

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Exotische Gäste werden heimisch

Noch einmal zurück zu den gefiederten Stars des Südwestens: Diesmal allerdings an einem Ort, an dem man tropische Gelbkopfamazonen eher nicht erwarten würde. Wer in Stuttgart wohnt, hört früher oder später von den außergewöhnlichen Tieren, die in Bad Cannstatt leben. Doch auch Gästen wird die Anekdote der Cannstatter Papageien gerne erzählt. Eigentlich würde man die Gelbkopfamazone eher in den Tropen vermuten, doch anscheinend fühlt sie sich auch in Stuttgarts Häuserschluchten pudelwohl. Wie die einzige freilebende Population außerhalb Amerikas hier heimisch wurde, ist bisher ungeklärt. Vermutet wird ein entflohenes Haustier, das irgendwann aus Mitleid eine Artgenossin spendiert bekam. Sicher aber ist, dass die mittlerweile rund 60 grünen Vögel längst zum Stadtbild gehören und heute nicht mehr wegzudenken sind.

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Mit dem Schlitten flott unterwegs

Wer schließlich einmal mit einem Hundeschlitten fahren möchte, muss dafür nicht bis in den hohen Norden reisen. Sibirische Huskys gibt es auch auf der Schwäbischen Alb. Bei Bad Urach können Hundefreunde sich von den Schlittenhunden durch die Natur chauffieren lassen, ganz gleich ob bei Schnee oder trockener Witterung. Gut festhalten sollte man sich allerdings, denn die Huskys entwickeln bei richtiger Lenkung ein beachtliches Tempo. Wenn das Rudel losprescht, die winterliche Alb-Landschaft vorüberzieht und einem der frische Fahrtwind um die Nase weht, wird der Alltag schnell abgehängt.

Weitere Informationen

www.tourismus-bw.de (Basics zu Baden-Württemberg)

www.bodensee.eu (Region Bodensee)

www.nabu-federsee.de (NABU)

www.naturpark-suedschwarzwald.de (Naturpark Südschwarzwald)

www.der-wanderschaefer.de

www.stuttgarter-amazonen.de

www.naturpark-stromberg-heuchelberg.de

www.tripsdrill.de

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