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Sep

Hohe Brücken, tiefe Schluchten und immer viel Musik im wanderbaren Vogtland

Foto: werner-menzel.de

Europa

 

Das Vogtland als angesagtes Natur- und Wandergebiet im Osten Deutschlands teilen sich gleich vier Länder: Auf der deutschen Seite liegt das Vogtland in Bayern, Sachsen und Thüringen, direkt hinter der Grenze ist auch Böhmen mit einem Abschnitt beteiligt. Der Name leitet sich vom ehemaligen Herrschaftsbereich der Vögte von Weida, Gera, Plauen und Greiz ab. Unser Besuch im Vogtland gilt den Wandermöglichkeiten rund um die beiden bekanntesten Brückenbauwerke der Region und natürlich der langen Geschichte der Instrumentenbauer, die auch heute noch ihre Bedeutung haben.


Autor: Werner Menzel. Fotos: werner-menzel.de


Die Mittelgebirgsregion rund um die Stadt Plauen, die übrigens auch wegen ihrer „Plauener Spitze“ Bekanntheit erlangte, ist von markanten Höhenzügen und Täler geprägt. Zur Überquerung dieser Täler wurden für die Eisenbahn und den zunehmenden Straßenverkehr mächtige Brücken gebaut. Eine dieser Brücken erlangte besondere Berühmtheit als bis heute noch größte Ziegelsteinbrücke der Welt: Beim Bau der Göltzschtalbrücke wurden insgesamt 26 Millionen (!) Ziegelsteine verarbeitet. Allein für das Baugerüst benötigte man rund 26.000 Bäume.

Foto: werner-menzel.de
Foto: werner-menzel.de

Mystisches Triebtal

Architektonisch nicht minder interessant ist die „kleine Schwester“ der Göltzschtalbrücke, die Elstertalbrücke. Beide Brücken dienten der Eisenbahnverbindung Nürnberg–Dresden. Unweit dieser Brücken ist das Erholungsgebiet an der Talsperre Pöhl, die den Fluss Trieb, einen Nebenfluss der Weißen Elster, aufstaut. Hier, am Fuß der Staumauer der Talsperre, beginnt einer der wohl landschaftlich schönsten Wanderwege der Region. Wer gleich oben an der Staumauer sein Fahrzeug abstellt, gelangt über einen steilen Pfad hinunter zum Startpunkt des Weges am Mauerfuß. Von hier aus erleben wir als Bestandteil des Vogtland Panorama Weges das wildromantische Triebtal, dass seinen besonderen Reiz in den frühen Morgenstunden offenbart. Dann nämlich liegen noch weiche Nebel sowohl über der Talsperre, als auch über den kleinen Wasserfällen der Trieb. Die moosbewachsenen Felsen im Fluss werden dann schnell zu mysteriösen Gestalten…

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Foto: werner-menzel.de

Eine Runde Bootfahren

Nach einer Tour von maximal zwei Stunden ist man am Ziel, der Elstertalbrücke, angelangt. Die beeindruckenden Felsenwände links und rechts des Wanderweges spenden nicht nur im Sommer angenehmen Schatten und Kühle. Sie bieten auch, wenn nicht witterungsbedingt geschlossen, eine Möglichkeit, auf den so genannten 60 Meter hohen „Loreleyfelsen“ zu gelangen. Von dort aus ergibt sich zwar kein Ausblick zu Vater Rhein, mit dem der Felsen nur den Namen gemein hat, sondern zum Eisenberg mit dem Julius Mosen Aussichtsturm. Den Rückweg kann man variieren, in dem man etwa auf der Hälfte der Strecke nach rechts abgeht und an der gegenüberliegenden Seite der Staumauerkrone ankommt. Von hier aus sind es nur noch wenige hundert Meter zur Anlegestelle des Ausflugsschiffes, mit dem sich der Stausee von der Wasserseite aus erkunden lässt. Schließlich wartet am Anleger eine Stärkung auf uns.

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Foto: werner-menzel.de

Der Kulturweg der Vögte

Ein weiterer bemerkenswerter Weg im Vogtland ist der „Kulturweg der Vögte“, in dessen Verlauf wir eine Menge interessanter Fakten rund um die Namensgeber der Region lernen. Unsere Tour beginnt auf der Osterburg in Weida, führt uns dann weiter zur Veitskirche in Wünschendorf, die man auf jeden Fall bei einer Führung genauer kennenlernen sollte. Gleiches gilt für das Obere Schloss in Greiz. Während dieses Schloss von Süden her zunächst wie ein ganz gewöhnliches hohes Haus wirkt, wandelt sich das Bild drastisch, wenn man sich dem Schloss von Norden oder Westen nähert: Jetzt erscheint vor unserem Auge eine mittelalterliche Burg. Die letzte Station für heute auf dem Kulturweg der Vögte ist der Plauener Komturhof an der Johanniskirche. Sie ist die Hauptkirche der Stadt und beherbergt die „Kapelle der Vögte“. Darunter ist ein Anbau an die Hauptkirche zu verstehen, der als siebeneckiges Polygon angelegt wurde und über den Chor betreten werden kann. Sie wurde 1322 erstmals erwähnt, als Vogt Heinrich III., der Lange und seine Söhne einen Altar stifteten.

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Foto: werner-menzel.de

Musikalischer Abschied

Den musikalischen Abschied unserer Vogtland-Visite beschert uns die Erlebniswelt Musikinstrumentenbau in Markneukirchen. Hier ist für Musiker nahezu aller Stilrichtungen ein zentraler Ort entstanden, um den Meistern des Instrumentenbaus über die Schulter zu schauen. Drei Erlebniswerkstätten für Geige, Kontrabass und Blechblasinstrumente stehen zur Wahl: Besucher schnuppern nicht nur Werkstattluft, sondern blicken auch hinter die Kulissen des Musikinstrumentenbaus und sind dabei, wenn hochwertige Instrumente mit Weltruf entstehen. Anfassen und Ausprobieren ist natürlich ausdrücklich erwünscht, betonen die Meister.

Weitere Informationen:

www.vogtland-tourismus.de (Region Vogtland)
www.erlebniswelt-musikinstrumentenbau.de (Geschichte des Instrumentenbaus im Vogtland)


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