28
Okt

Holz mit Tradition: Altes Handwerk und innovative Ideen im tiefsten Schwarzwald

Fotos: werner-menzel.de

Europa

 

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Foto: werner-menzel.de


 

Blickt man etwa tausend Jahre in der Geschichte zurück, präsentierte sich der heutige Schwarzwald als undurchdringlicher Urwald mit einem über Jahrhunderte gewachsenem Bestand aus Tannen, Buchen, Eschen und Eichen.


Autor: Werner Menzel. Fotos: werner-menzel.de


Mit der Verbreitung der Flößer, Glasmacher und Köhler in dieser Region änderte sich dieses Bild innerhalb kürzester Zeit. Der Schwarzwald wurde nahezu komplett abgeholzt. Erst im Verlauf des 18. und 19. Jahrhunderts erhielt der Schwarzwald durch Neuaufforstungen das Bild, das wir heute von ihm kennen.

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Inzwischen sind rund zwei Drittel der ursprünglichen Waldfläche wieder aufgeforstet. Damit haben auch viele traditionelle Holz-Handwerke wieder eine Basis für ihre Arbeit gefunden und siedeln sich bevorzugt inmitten ihrer Rohstoffquelle an. Vor allem sind es junge Handwerker und vermehrt Künstler, die das Thema Holz sowohl traditionell, als auch modern und innovativ angehen. Die Orte Emmendingen oder Bernau stehen hier beispielhaft für diese Entwicklung, die auch Auswirkungen auf das „ZweiTälerLand“ im Herzen des Schwarzwaldes als Ferien- und Wanderregion hat. Entlang so bekannter Wege wie dem ZweiTälerSteig mit seinen 106 Kilometern entdeckt der Wanderer sogar noch Berufe, die man längst nicht mehr „auf dem Schirm“ hat: Der Fasnacht-Maskenschnitzer ist einer von den Handwerkern, denen man hier noch über die Schulter schauen kann.

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Foto: werner-menzel.de

Altes Holz für junge Wilde

Modernere Interpretationen des Schwarzwälder Holzhandwerkes findet man bei den „jungen Wilden“, wie sie sich gerne nennen: Direkt in Freiburg lernen wir Hartmut Olpp kennen, der aus heimischem Eschenholz kultige Longboards produziert und sich dabei nahezu ausschließlich auf Solarstrom vom eigenen Dach verlässt. Ein paar Kilometer weiter treffen wir in Emmendingen auf seinen Kollegen Jan Knopp, der sein Label „Da Heim“ für Wohnaccessoires der besonderen Art hier etabliert hat. In seiner Alt.Holz.Garage entstehen aus alten Wandverkleidungen Scheunenholz abgerissener Höfe kultige Hingucker nicht nur für Schwarzwaldhäuser. Die ungewöhnliche Kombination von Holzbearbeitung und Fotografie machen den besonderen Reiz vieler Exponate aus.

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Unikate für die Wand

Kunst aus Holz im wahrsten Sinne des Wortes hat sich Jochen Scherzinger in Gütenbach zur Lebensaufgabe gemacht. Das Label „Artwood Black Forrest“ verschreibt sich der Verarbeitung jahrhundertealten Rauchholzes aus dem verlassenen Gehöft seines Großvaters. Jedes Stück ist so ein Unikat. Ebenfalls einmalig, aber trotzdem in Auflagen von tausenden produziert sind die traditionellen Schindeln, mit denen einst und teilweise heute wieder die Schwarzwaldhäuser verkleidet werden. Um 1850 gab es noch mehr als 200 Holzschnefler in der Region, die allesamt von diesem Handwerk leben konnten. Heute kennen sich nur noch wenige Handwerker mit dieser Kunst aus und geben ihr Können meist in Freilichtmuseen, wie dem Holzschneflermuseum Resenhof in Bernau weiter. Hier dürfen Besucher sogar selbst Hand anlegen und sich als Schnefler versuchen.

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Tradition im ZweiTälerLand

Das ZweiTälerLand hat darüber hinaus noch viele weitere Traditionsbetriebe zu bieten. Besucher erfahren etwas über das Innenleben der Schwarzwälder Kuckucksuhren oder wagen sich in der „Seifentruhe“ an Duftexperimente von der Bierseife bis hin zur Schwarzwälder Kirschseife. Ganz ursprünglich geht es bei der Walnussöl-Produktion in der historischen Ölmühle zu, wenn sich der Brauchtumsverein in den Wintermonaten zum wöchentlichen Walnussknacken im Dorfmuseum Jockenhof trifft. Auf eine lange Tradition blicken die Orgelbauer aus Waldkirch zurück. Ihre Geschichte ist auch im Elztalmuseum ausgestellt. Bei den Betriebsbesichtigungen in der Edelsteinschleiferei Wintermantel – eine der ältesten Edelsteinschleifereien in Deutschland – erfahren Gäste Wissenswertes rund um Schleifsteine, Verfahren & Co. Konditoren verraten das Geheimnis der weltberühmten Schwarzwälder Kirschtorte und beim Metzger können Besucher schließlich den legendären Schwarzwälder Schinken kosten.

 

Weitere Informationen:

www.schwarzwald-tourismus.info (Rund um die Region Schwarzwald)

www.zweitaelerland.de (Wanderregion ZweiTälerLand)

www.tourismus-bw.de (Tourismus in Baden-Württemberg)

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Foto: werner-menzel.de

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